Mittwoch, 3. Oktober 2012

Track by Track Album Review: Trey Songz „Chapter V“


Da ist es also, das fünfte Album von Trey Songz, innerhalb der letzten sieben Jahre. Damit hat er zu Beginn seiner Karriere alle zwei Jahre und seit 2009 jedes Jahr ein Album veröffentlicht. Da frage ich manchmal wann die Künstler im Studio sind und Zeit haben Songs einzusingen, denn zumindest Trey Songz ist andauernd unterwegs, die Termine kann man seiner Homepage treysongz.com entnehmen.

Chapter V“ erschien in den Staaten bereits am 21.8. und landete sofort auf Platz 1 der US Billboard 200, bei uns wurde es um fast 1 ½ Monate verschoben, hierzulande erscheint das Album erst am Freitag, den 5.10. Warum auch immer...die Plattenfirma und das Management werden schon ihre Gründe dafür haben. Immerhin geht Trey ab nächstem Jahr auch auf Deutschland Tour.

Georg von Sureshot Promotions hat mir das Album bereits vor 2 Wochen zukommen lassen, damit ich mir selbst ein Urteil bilden kann. Ich habe es mir also angehört und was ich über die einzelnen Songs denke, lest ihr nun:

Das Album startet mit einem kurzem Intro „Chapter V“. Ich dachte zunächst erst, er spricht vielleicht kurz darüber, was ihm das Album bedeutet, stattdessen geht es um...Sex, und dieses Hauptthema wird sich durch das gesamte Album wie einen roten Faden ziehen.

Dive In“

Den Song durften wir bereits als einen von 6 Songs in der Listening Session in Berlin anhören. Für mich wars ein musikalischer Porno voller Klischees. „Splash“ und „Waterfall“ gleich zu Beginn des Songs lösten ein Schmunzeln aus und ich wollte eigentlich nichts weiter davon hören, musste ich aber, konnte ja schlecht aufstehen und gehen. Nennt mich verklemmt, aber mir ist der Song ein wenig zu „Over the Top“. Wenn man nicht allzu sehr auf den Text achtet, so wie ich jetzt, während ich diese Review schreibe, bleiben immerhin noch der tolle Beat und die schöne Melodie übrig. Ein wenig viel Wasser geplansche im Hintergrund, aber das ist ok, es soll ja eine beruhigende Wirkung haben. Das als Instrumental könnte man bestimmt mal im Schlafzimmer spielen, mit Text aber müsste ich die ganze Zeit lachen.

Panty Wetter“

Als ich den Titel las, dachte ich: öhm....bis der Groschen fiel, Trey macht also die Schlüpper der Mädels nass. In dem Song geht es einen Schritt zurück, vom Eintauchen zum erstmal nass machen. Zunächst beginnt der Song harmlos, mit ein paar Zeilen über seine Karriere, bis der Schlüsselsatz kommt: „Wenn der Slip nass ist, musst du ihn nicht ausziehen, schieb ihn einfach zur Seite“. Ok...statt heißer Liebe im Schlafzimmer geht’s nun also um einen Quickie im Fahrstuhl.
Wie immer gilt auch hier: Melodie und Beat sind wieder erstklassig. Etwas schneller als bei „Dive In“.

Heart Attack“

Kommen wir nun zum ersten Highlight des Albums. Diesen Song über Herzschmerz liebe ich. Der Track hat ordentlich Beat und Bass und wenn man die Vorgeschichte zwischen Trey Songz und Schauspielsternchen sowie Lil Waynes Baby Mama Lauren London kennt, sind die traurigen Gefühle von Trey durchaus nachzuempfinden. Ich finde, man hört den Schmerz aus seiner Stimme raus. Großartiger Song und meine Nummer eins von „Chapter V“.

Playin Hard“

Dies ist die erste Single des Albums auf der gerappt wird, das kann Trey auch ganz gut. Kennt ihr den Spruch: Köche können auch kellnern, Kellner aber nicht kochen? Mir scheint, wenn man sich Chris Brown oder Trey Songz so anhört: RnB Sänger können auch rappen, aber Rapper nicht unbedingt singen.

Im Song geht’s mal nicht um Sex sondern, wie in „Heart Attack“ um das Ende einer Beziehung. Während dies im Song zuvor sehr leidenschaftlich geschieht, werden in „Playin Hard“ zwei bis drei Gänge runtergeschaltet. Es ist ein eher „cooler“ oder lässiger Song geworden und dies geschieht vor allem durch die Raps, die sich mit den Gesangspassagen abwechseln und auch mittels der Melodien und dem Bass. Im Song rappt Trey darüber, dass sein Ego die Beziehung kaputt machte, das kennen wir doch aus diversen Songs von Drake?

2 Reasons“

Dieser Song folgt in die Fußstapfen von „Say Aaaaah“ und „Bottoms Up“ und ist mit Gast T.I. definitiv Clubtauglich. Im Party-Song geht’s um „bitches and the drinks“. Alles klar? Im Internet löste diese Zeile gemischte Reaktionen hervor...überwiegend negative. Von "Der vierte Remix zu "Say Aaah" bis hin zu "Respektlos" (Ladies statt Bitches hätte es auch getan) war alles dabei.

Hail Mary“

„Hail Mary“ war die letzte Singleauskopplung aus dem Album. Zu dem Song gibt’s auch ein sehr interessantes Video, das ihr euch hier angucken könnt. Auf „Hail Mary“ sind wieder hochkarätige Gäste vertreten: Lil Wayne und Young Jeezy. Auch diese Single ist Partytauglich und der Spruch „I got my game face on“ geisterte mit diversen Fotos von Fans durchs Internet. Faszinierend ist auch wie die drei es schaffen kontinuierlich Football Ausdrücke auf Sex zu übertragen.

Don't be scared“

Oh je, ein feature mit Rick Ross. Ihn kann ich langsam echt nicht mehr hören, denn er ist irgendwie auf fast jedem Song dabei, der zu Zeit veröffentlicht wird. Mal abgesehen von seinen eigenen unzähligen Projekten.
Don't be scared“ ist eine Mid-Tempo Nummer. Im Song beschreibt Trey seine Traumfrau und was er alles mit ihr anstellen wird, wenn sie denn keine Angst vor einem N.... hat. Warum er hier das N-Word so betont, kann man nur raten. Am Ende des Songs setzt Rick Ross ein und beschreibt das, was er am besten kann...das Luxus Leben „Presidential suites, and these foul blows/ Live it up and live doing what you do“. Vielleicht soll die Dame seines Herzens vor all dem Luxus keine Angst haben? Na, ich kenne keine Frau, die davor Angst haben würde...

Pretty Girl's Lie“

Uh, hier wird das „Mädchen ohne Vater“ Thema aufgegriffen. Da denke ich spontan an How I Met Your Mother und Barney. Zum Glück ist Trey nicht der gleichen Meinung wie Barney und sieht in so einem Mädchen eine liebeshungrige Stripperin. Im Text weist er darauf hin, dass man eine Person nicht nach dem Äußeren beurteilen sollte. Obwohl das Mädchen hübsch ist, ist sie im Inneren sehr hässlich.
Trey zeigt hier alle Facetten seines Gesangstalentes, die Melodie ist eher langsam, aber auf keinen Fall ruhig.

Bad Decisions“

Pretty Girl's Lie“ geht so nahtlos in „Bad Decisions“ über, dass ich gar nicht mitbekommen habe, dass ich bereits einen neuen Song höre. Die Melodie ändert sich zwar, aber so schleichend, dass es der gleiche Song hätte sein können, der etwas abgeändert einfach weiter läuft. „Bad Decisions“ handelt von Eifersucht. Er betrügt sie und bereut es zwar, kann aber nicht anders. Er sieht zwar seine dummen Entscheidungen, kann oder will aber nichts ändern und nimmt es in Kauf, dass er seine Freundin immer wieder verletzt. Es kommt, wie es kommen muss: sie verlässt ihn und erst dann sieht er seine Fehler ein, zu spät. Im Song gibt’s kein Happy End.


Forever Yours“

So sanft wie Trey in diesem Song singt, sollte nun auch die letzte Frau dahin geschmolzen sein. Natürlich geht’s im Text um Sex, diesmal wird Trey von IHR verführt. „Forever Yours“ ist eine Mid-Tempo Nummer mit einer wirklich schönen Melodie.

Inside Interlewd“

Ein kurzes Intermezzo in 1:41 Minute.

Fumble“

Es gibt wieder Bass, endlich. Textlich geht es da weiter wo „Bad Decisions“ endet. Er gesteht sich selbst ein, dass es seine Schuld ist („it's not your fault“), dass die Beziehung vorbei ist und er nicht Manns genug war, um zu kämpfen. Hinterher ist man ja immer schlauer, lernt daraus Männer!

Without a Woman“

Dieser Song erinnert mich vom Titel her an Zuccheros „Senza una Donna“. Stimmlich könnte es aber der junge R. Kelly sein, der darüber singt, wie langweilig die Welt ohne Frauen wäre „Say hello to pain/Goodbye to love/Hello to rain/The sun will never shine again/There'll be no wednesday movie nights/No make-ups after fights“

"Interlude 4 U"

So wichtig ist es, dem Partner den Rücken zu stärken.

"Simply Amazing"

Auch „Simply Amazing“ ist eine Singleauskopplung des Albums gewesen und klingt sehr Mainstream. Mir gefällt der Song nicht so sehr, was hauptsächlich an der Melodie des Songs liegt und dem Refrain, zu viele Gitarren.

"Never Again"

Never Again“ ist eine sehr poppige und romantische Nummer. Sie beinhaltet ein Sample von "Seven Years" von The Impressions. Der Song klingt sehr gut, ist aber nicht überragend.

"Check Me Out"

Auf „Check Me Out“ hört ihr Diddy und Meek Mill. Kling sehr Clubtauglich und könnte auch ein Song sein, der es nicht auf Diddys - Dirty Money's Album "Last Train To Paris." geschafft hat. Typische Diddy Melodien im Hintergrund. Der Song passt irgendwie gar nicht zum Rest des Albums.


Alles in allem ist das Album relativ abwechslungsreich und mit 15 Tracks (3 sind nur Interludes) sehr gut bestückt. Es gibt wenige Alben, die ich in einem durchhören kann ohne den einen oder anderen Song zu überspringen. Trey Songz Album „Chapter V“ ist sicherlich reifer als seine vier Vorgänger, aber wirklich überzeugt hat es mich nicht. Die Beats und Melodien sind ohne Frage große Klasse, seine Stimme klingt wie geschmolzene Schokolade, aber die Texte sind oftmals zu vorhersehbar und langweilig. Mir fehlt bei einigen Songs einfach das gewisse Etwas, dass mich dazu bringt, das Lied bis zum Ende zu hören, doch dafür sind die Geschichten manchmal einfach nicht spannend genug erzählt.

Highlights des Albums sind für mich die Singles „Heart Attack“, „Playin Hard“, „2 Reasons“ und „Bad Decisions“. Um das komplette Album von Anfang bis zum Ende durchzuhören, sollte man schon in der Stimmung dazu sein. Da Trey ein super netter und sympathischer junger Mann ist, wird er sich bestimmt weiter entwickeln und noch bessere Alben produzieren. Ich bin gespannt auf seine Deutschland Tour im nächsten Jahr. Von mir gibt es eine Kaufempfehlung, aber nur, wenn man wirklich ein großer Fan von RnB ist. Fans von R. Kelly oder Usher kommen sicherlich auf ihre Kosten.

6/10 Punkten

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